Fellwechsel im Herbst: Wie du dein Pferd jetzt unterstützen kannst

Vielleicht merkst du es gerade beim Putzen: Die ersten Sommerhaare lösen sich, das Fell wird dichter und dein Pferd bereitet sich auf die kühlere Jahreszeit vor. Während wir noch die letzten warmen Tage genießen, hat sein Körper längst begonnen, sich auf den Winter einzustellen.
Gerade jetzt lohnt es sich, die Fütterung und den Alltag deines Pferdes etwas genauer anzuschauen. Denn häufig kommen mehrere Veränderungen zusammen: Neues Fell wächst, die Weidezeit wird kürzer und frisches Gras macht zunehmend Platz für Heu.
Der Fellwechsel beginnt früher, als wir ihn sehen
Der wichtigste äußere Taktgeber für den Fellwechsel ist die Tageslänge. Nach der Sommersonnwende um den 21. Juni werden die Tage bei uns wieder kürzer und die Nächte länger. Das Pferd nimmt diese Veränderung über die Augen wahr. Über hormonelle Signale, darunter Melatonin und Prolaktin, wird der saisonale Haarzyklus beeinflusst und das Wachstum des Winterfells vorbereitet. Die Temperatur spielt ebenfalls eine Rolle, ist aber nicht der wichtigste Auslöser.
Deshalb kann die Umstellung bereits im Sommer beginnen, lange bevor wir an Herbst denken. Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Pferd unmittelbar nach der Sommersonnwende sichtbar haart. Rasse, individuelle Unterschiede, Temperatur und Lichtverhältnisse beeinflussen den Verlauf. Bei Pferden im Offenstall mit natürlichem Tag-Nacht-Rhythmus wirkt die sich verändernde Tageslänge unmittelbar; künstliche Beleuchtung im Stall kann diesen Rhythmus beeinflussen. Einen festen Starttermin gibt es daher nicht.
Wenn die Weidezeit endet, verändert sich die Versorgung
Frisches Gras liefert neben Energie und Eiweiß auch Vitamine, insbesondere Vitamin E und die Vitamin-A-Vorstufe Betacarotin. Mit dem Wechsel zu überwiegend gelagertem Heu kann deren Zufuhr sinken. Deshalb ist das Ende der Weidesaison ein guter Anlass, die gesamte Futterration zu überprüfen.
Ausreichend gutes Raufutter und ein zur Ration passendes Mineralfutter bilden die Grundlage. Schau dabei auch auf die enthaltenen Vitamine und die tatsächlich gefütterte Menge. Mehrere Ergänzungen nebeneinander sind nicht automatisch besser: Entscheidend ist, welche Nährstoffe dein Pferd bereits erhält und welche ihm fehlen.
Eine bedarfsgerechte Versorgung schafft gute Voraussetzungen für Fellbildung und normale Abwehrfunktionen. Der Fellwechsel allein bedeutet aber nicht, dass das Immunsystem deines Pferdes geschwächt ist oder jedes Pferd zusätzliche Präparate braucht.
Hagebutten als mögliche Ergänzung
Hagebutten können die Fütterung um natürliche Pflanzenbestandteile ergänzen. Sie enthalten unter anderem Vitamin C, wobei der Gehalt je nach Produkt und Verarbeitung unterschiedlich ausfallen kann.
Anders als wir Menschen können gesunde Pferde Vitamin C selbst in der Leber bilden. Eine zusätzliche Gabe ist deshalb nicht grundsätzlich notwendig.
Eine kleine Studie mit einem bestimmten Hagebuttenpulver zeigte bei der höheren untersuchten Menge einen Anstieg des Vitamin-C-Spiegels und Veränderungen an einem antioxidativen Messwert. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass handelsübliche Hagebutten zuverlässig Infekte verhindern oder den Fellwechsel beschleunigen. Sie können eine Ergänzung sein, ersetzen aber keine ausgewogene Versorgung.
Leinsamen für die Futterration
Leinsamen liefern Fett und sind eine pflanzliche Quelle für die essenzielle Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure. Essenzielle Fettsäuren muss das Pferd über die Nahrung aufnehmen. Damit können Leinsamen die Ration gezielt ergänzen; Fett in der Fütterung kann auch die Fellqualität günstig beeinflussen.
Zusätzlich enthalten Leinsamen Schleimstoffe. Wie sie gefüttert und vorbereitet werden, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Beachte deshalb die Zubereitungs- und Mengenangaben des Herstellers. Führe neue Futtermittel schrittweise ein und berücksichtige bei Leinsamen auch die zusätzliche Energie.
Auch im Training lohnt sich genaues Hinschauen
Für mich gehört zur Unterstützung im Fellwechsel auch, das Pferd im Alltag aufmerksam wahrzunehmen. Wie fühlt es sich beim Putzen? Wie motiviert ist es? Passt die geplante Einheit heute zu ihm?
Du darfst dein Training anpassen, Pausen einbauen und eine Einheit auch einmal kürzer halten. Wenn dein Pferd allerdings deutlich oder anhaltend matt wirkt, sollte das nicht einfach mit dem Fellwechsel erklärt werden.
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Schau vor der Bestellung, welches Produkt zu deinem Pferd und seiner bisherigen Fütterung passt. Eine passende Grundlage und gezielte Ergänzungen helfen dir, dein Pferd aufmerksam durch die Veränderung der Jahreszeiten zu begleiten.
Herzliche Grüße
Julia












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