Wenn Pferde überfordert sind – und warum ihr „Nein“ so wichtig ist
- Julia Thaidigsmann
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 15 Stunden

Manche Pferde werden laut, andere leise.
Manche gehen nach vorne, andere bleiben stehen.
Und wieder andere wirken plötzlich hektisch, unruhig oder „nicht mehr bei sich“.
All diese Reaktionen haben oft einen gemeinsamen Ursprung: Überforderung.
Nicht, weil das Pferd nicht will.
Sondern weil es uns nicht (mehr) versteht – oder etwas von ihm verlangt wird, das es innerlich oder körperlich noch nicht leisten kann.
Überforderung entsteht oft in der Kommunikation
Überforderung hat selten mit Sturheit zu tun. Sie entsteht häufig dann, wenn unsere Signale für das Pferd unklar, widersprüchlich oder zu viel auf einmal sind.
Zum Beispiel:
wenn Hilfen sich überlagern
wenn wir schneller weitermachen, als das Pferd verarbeiten kann
wenn wir erklären wollen, obwohl das Pferd innerlich schon überlastet ist
Pferde reagieren darauf ehrlich.
Nicht strategisch – sondern körperlich und emotional.
Typische Reaktionen auf Überforderung
Ein überfordertes Pferd sagt Nein.
Dieses Nein kann sehr unterschiedlich aussehen:
Dagegengehen oder Losreißen → ein klares, oft impulsives Nein
Stehenbleiben und „nichts mehr tun“ → innerer Rückzug, Abschalten
Hektisch werden → häufig bei sensiblen Pferden, die alles richtig machen wollen
Gerade diese Pferde versuchen oft verzweifelt, die Situation aufzulösen.
Sie bieten viel an, werden schneller, nervöser –nicht aus Ungehorsam, sondern aus Unsicherheit.
Körperliche Überforderung wird oft übersehen
Hektik entsteht nicht nur durch mentale Überforderung.
Auch körperliche Grenzen spielen eine große Rolle.
Wenn wir etwas verlangen, das ein Pferd körperlich (noch) nicht leisten kann –zum Beispiel wegen fehlender Balance, Kraft oder Koordination –gerät das System unter Stress.
Das Pferd versucht auszugleichen,
findet aber keinen stabilen Weg.
Die Folge: Unruhe, Spannung, Hast.
Überforderung ernst nehmen – ohne stehenzubleiben
Ein Nein vom Pferd bedeutet nicht, dass Lernen aufhört.
Im Gegenteil.
Lernen findet außerhalb der Komfortzone statt –
aber nicht außerhalb der Überforderungsgrenze.
Wenn wir immer nur dort bleiben,
wo das Pferd bereits sicher ist,
wird sich nichts weiterentwickeln.
Die entscheidende Frage ist also nicht:
Gehen wir weiter oder nicht?
Sondern: Wie gehen wir weiter?
Verantwortung liegt beim Menschen
Jetzt liegt es an uns.
Erkennen wir die Zeichen von Überforderung?
Nehmen wir das Nein ernst – ohne es persönlich zu nehmen?
Sind wir bereit, Tempo rauszunehmen, statt Druck zu erhöhen?
Behutsames Vorgehen bedeutet nicht Stillstand.
Es bedeutet, kleine, verständliche Schritte zu wählen
und dem Pferd Zeit zur Verarbeitung zu geben.
Ruhe schafft wieder Lernfähigkeit
Ein überfordertes Pferd kann nicht lernen.
Erst wenn Ruhe zurückkehrt, wird der Kopf wieder frei.
Genau hier setzt meine 5-Minuten-Mini-Routine für mehr Ruhe an.
Wenn du dich hier in diese Liste einträgst, dann erhältst du von mir die 5-Minuten-Routine für mehr Ruhe per E-Mail zugeschickt.
Sie hilft dabei,
Überforderung früh wahrzunehmen
die eigene Körpersprache zu klären
und dem Pferd wieder Orientierung zu geben
Nicht als Lösung für alles –sondern als bewusste Pause in der Kommunikation.
Mein Fazit
Ein Nein vom Pferd ist kein Rückschritt. Es ist ein Hinweis. Wenn wir lernen, dieses Nein zu hören, können wir Training gestalten, das entwickelt – statt überfordert.
👉 Wie ist das bei dir? Wie reagiert dein Pferd bei Überforderung? Und wie reagierst du?
Ich unterstütze dich sehr gerne auf deinem Weg, wenn du magst.
Ich freue mich auf dich und dein Pferd.
Herzliche Grüße
Julia







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